Das Kunstprojekt "Found in Translation" will junge Menschen anleiten, sich durch Fotografie und Lyrik mit ihrer Umgebung als gemeinsamem Erfahrungsraum auseinanderzusetzen. Die Gruppe der Teilnehmer setzt sich sowohl aus unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen als auch aus im Stadtteil heimischen Jugendlichen zusammen.

 

Ein Jahr lang werden die TeilnehmerInnen durch wöchentliche Workshops von einem professionellen Fotografen und einer Medienpädagogin und Literatur-Doktorandin in das Fotografieren und das kreative Schreiben eingeführt. Ausgehend von selbst verfassten Gedichten gehen die Jugendlichen auf die Suche nach Bildern oder versuchen im Gegenzug, fotografische Botschaften in Worte zu fassen. Als Projektabschluss sind eine Kunst-Entdeckungstour und eine Ausstellung der Arbeiten geplant.

 

Die jugendlichen Flüchtlinge erhalten die Einladung, auf kreativem Weg mit ihrer sozialen Umwelt in Kontakt zu treten. Die Interaktion mit Jugendlichen aus der Nachbarschaft und die gemeinsame Gestaltung ihrer Umgebung bieten eine Möglichkeit, anzukommen und Wurzeln zu schlagen. Letztere sind ihrerseits eingeladen, ihre Nachbarn intensiver kennen zu lernen. Alle sind aufgefordert, ihren kulturellen Horizont zu erweitern und eine gemeinsame Ausdruckssprache zu erarbeiten.

 

Gemeinsames Schreiben und Fotografieren erfordern ein hohes Maß an Kommunikation und Engagement. Da die Gruppe den Anspruch hat, interessante, ausdrucksstarke und sozial engagierte Foto-Lyrik-Collagen hervorzubringen, müssen die Jugendlichen lernen, trotz sprachlicher und kultureller Unterschiede zusammen zu arbeiten. Dabei werden neben künstlerischem und technischem know-how soziale Kompetenzen vermittelt – dies geschieht wechselseitig.

 

Das Projekt bietet eine produktive Plattform für interkulturellen künstlerischen Austausch und dient neben der gesellschaftlichen Integration auch der Persönlichkeitsentwicklung, Kreativitätsförderung und der sozialen und kulturellen Horizonterweiterung.

 

Als Projektabschluss ist eine Kunst-Rallye geplant, bei der Gedichte, Fotos und Wort-Bild-Collagen in den Straßen der beiden Bezirke angebracht werden. Diese können mit Hilfe eines selbst gestalteten Kunst-Guides entdeckt werden. Zum Auftakt der Präsentation und an weiteren Terminen wird die Entdeckungstour live von den Jugendlichen geleitet. Zudem sollen die Projektergebnisse nach außen getragen werden und an einem repräsentativen Münchner Ausstellungsort gezeigt werden.

 

Leitung: Natalia Zemliak, Sprachwissenschaftlerin

 

Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturreferat München und die Robert-Bosch-Stiftung.